Die Vision
Trotz seines hohen Potenzials spielt der nachhaltige Tourismus auch heute noch eine untergeordnete Rolle. Dies liegt einerseits an der mangelnden Sichtbarkeit der Akteure, die den nachhaltigen Tourismus auf territorialer Ebene fördern. Andererseits liegt es an der fehlenden Positionierung der Nachhaltigkeit als Marke im Tourismussektor, wodurch es sowohl den Kunden selbst als auch den Reiseveranstaltern nicht möglich ist, die ausgewiesenen Standards der einzelnen Labels (Marke, Zertifizierung, Qualitätssiegel, etc.) zu erkennen. In der Folge bleiben viele kleine und mittlere Initiativen "unsichtbar", und die Promotoren dahinter haben kaum Chancen, auf regionaler Ebene zum Motor einer nachhaltigen Entwicklung und dadurch Vorbilder für die Entstehung anderer solcher Aktivitäten zu werden.

Im Rahmen des OnTour-Projekts versuchen die Projektpartner, dieses Problem anzugehen, indem sowohl das Angebot an als auch die Nachfrage nach nachhaltigem Tourismus durch eine bessere Sichtbarkeit der Betreiber erhöht wird. Das Projekt richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen, denen es oft an den notwendigen Marketingkompetenzen fehlt, um die Sichtbarkeit ihrer Geschäftsaktivitäten im Bereich der Nachhaltigkeit zu erhöhen. Ein nachhaltiger Tourismus ermöglicht eine integrierte Regionalentwicklung, denn den Prinzipien der Nachhaltigkeit folgend werden neben dem Profit folgende Aspekte ebenfalls berücksichtigt: Schutz der Ökosysteme, Klimaschutz, Bewahrung der lokalen Kultur und Rücksicht auf die sozioökonomische Dynamik, Förderung von Forschung und Reflexion sowie Austausch untereinander und ein respektvolles Miteinander.

Um jedoch sicherzustellen, dass nachhaltige Tourismusinitiativen gut in lokale sozioökonomische und ökologische Dynamiken, regionale Wirtschaftskreisläufe und Marketingstrategien integriert werden, ist es notwendig, die lokalen wirtschaftlichen und politischen Akteure zu stärken und die Koordinierung des Sektors auf regionaler Ebene zu institutionalisieren. Die Projektpartner von OnTour sind der Ansicht, dass eine effektivere regionale Koordinierung des nachhaltigen Tourismus dazu beitragen wird, den Sektor zu stärken und dessen langfristige Entwicklung zu sichern.
 
OnTour in der Praxis
Zentrales Ziel des Projekts ist es, den Reiseveranstaltern einen Überblick über die bestehenden Nachhaltigkeitslabels zu geben, ihnen das Verständnis für die Kriterien solcher Labels zu erleichtern und ihnen die Entwicklung effektiverer Marketingstrategien zu ermöglichen.
Zu diesem Zweck wird im Rahmen von OnTour eine Online-Suchmaske entwickelt, die kleine und mittlere Unternehmen bei der Auswahl der geeignetsten Marke oder Zertifizierung für ihre Bestrebungen im Bereich des nachhaltigen Tourismus unterstützt. Diese Suchmaske wird für interessierte Unternehmen frei zugänglich sein, zunächst wird sie jedoch von 10 kleinen und mittleren Unternehmen pro Projektregion - Pongau (Österreich), Südtirol (Italien) und Friaul-Julisch Venetien (Italien) - getestet.

Die Ausbildung und der Austausch von Best-Practice-Beispielen stellen Schlüsselfaktoren für den Übergang zu einem nachhaltigeren Tourismus dar. Während des Projekts wird daher auch die Weiterbildung großgeschrieben: Mehrere lokale Workshops, grenzüberschreitende Besuche und ein Nachhaltigkeitswettbewerb für teilnehmende kleine und mittlere Unternehmen, die ein Nachhaltigkeitssiegel und nachhaltige Geschäftspraktiken eingeführt haben, werden organisiert.

In der abschließenden Projektphase wird die Ernennung eines Nachhaltigkeitskoordinators für jede Projektregion angestrebt. Dieser soll in den Strukturen der regionalen Marketingagenturen eingesetzt werden und auf übergeordneter Ebene dazu beitragen, dass das Thema „Nachhaltigkeit“ im Tourismussektor der Region verankert und immer stärker berücksichtigt wird.
 
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